
November 2024
Verantwortungsbewusst gestalten
Die Head of Design von Haglöfs reflektiert über die Herausforderungen und die Komplexität, verantwortungsvollere Outdoor-Ausrüstung zu entwickeln.
Die meisten Entscheidungen, die die Umweltwirkung eines Produkts bestimmen, werden lange getroffen, bevor das Produkt überhaupt entsteht. Der typische Designprozess umfasst erste Skizzen, Schnittentwicklung, Farb- und Materialwahl sowie Prototyping. Wie Eva Weiss, Head of Design bei Haglöfs, erklärt, können die während dieses Prozesses getroffenen Entscheidungen enorme Folgen haben.
„Die frühen Phasen des Designs sind entscheidend, um Nachhaltigkeitsprinzipien zu berücksichtigen und Entscheidungen zu treffen, die sich direkt auf Energie-, Wasser- und Chemikalienverbrauch sowie auf die Lebensdauer, Reparierbarkeit und Recycelbarkeit eines Produkts am Ende seines Lebens auswirken.“
Hier setzen wir das Gespräch mit Eva darüber fort, wie wir bei Haglöfs den schwierigen und fortlaufenden Lernprozess navigieren, verantwortungsvollere Outdoor-Ausrüstung zu gestalten.
Unser Ansatz für verantwortungsvolles Design
Im Mittelpunkt der Haglöfs-Designphilosophie steht „Lasts Lifetimes“ — ein Leitprinzip, das uns auffordert, Haltbarkeit, Reparierbarkeit und das Lebensende eines Produkts bei jeder einzelnen Entscheidung zu berücksichtigen. Dies basiert auf der Erkenntnis, dass eine der effektivsten Möglichkeiten zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks darin besteht, ein Produkt so lange wie möglich im Einsatz zu halten.

Gemeinsam den Weg nach vorn finden
Glücklicherweise stehen wir mit unseren Fragen nicht allein da. Während wir unseren Weg zu besseren Entscheidungen navigieren und über neue Entwicklungen auf dem Laufenden bleiben, arbeiten wir mit externen Expert*innen und gleichgesinnten Outdoor‑Marken zusammen. Die Zusammenarbeit mit Branchenpartnern ermöglicht es uns außerdem, unsere Stimmen zu bündeln, um Veränderungen voranzutreiben – beispielsweise in gemeinsamen Fabriken oder im regulatorischen Umfeld.
Externe Expert*innen
Um die Verwendung schädlicher Substanzen in unseren Produkten zu vermeiden und zu minimieren, halten wir uns an die bluesign® Restricted Substances List für Textilien und an die Restricted Substances List der AFIRM-Gruppe für Schuhe. Für unsere Daunenprodukte befolgen wir den Responsible Down Standard (RDS), um sicherzustellen, dass weder Lebendrupf noch Zwangsfütterung in unserer Lieferkette stattfindet. Um die Auswirkungen unserer Materialien zu verstehen, nutzen wir den Material Sustainability Index (MSI). Außerdem sind wir Mitglied im Microfibre Consortium, das praktische Lösungen zur Minimierung des Mikrofaseraustritts über die gesamte Produktlebensdauer hinweg entwickelt.
Zusammenarbeit mit Partner‑Brands
Neben der Beratung durch externe Expert*innen nehmen wir auch an Kooperationen mit anderen Marken teil. Beispielsweise sind wir Mitglied von Cascale, einer branchenweiten Organisation, die Transparenz fördert und die weltweiten sozialen und ökologischen Auswirkungen von Produkten verringern möchte. Cascales Higg Index hilft uns, die Nachhaltigkeit eines Produkts über dessen gesamten Lebenszyklus hinweg zu bewerten – von Rohstoffen und Designlösungen über Produktion bis hin zum Lebensende. Darüber hinaus beteiligen wir uns an dem Carbon Reduction Project (SDCP) der European Outdoor Group (EOG), um unsere Lieferkette durch energieeffizientere Prozesse und Maschinen sowie die Einführung erneuerbarer Energien zu dekarbonisieren.
Obwohl wir viel Unterstützung erhalten haben, fehlt der Branche aktuell ein entscheidendes Element, das nicht nur engagierten Marken, sondern der gesamten Bekleidungsindustrie helfen würde, nachhaltigere Designpraktiken umzusetzen. Wir erwarten die EU‑Green‑Deal‑Gesetzgebungen, von denen einige im nächsten und übernächsten Jahr in Kraft treten werden.
„Mehr Transparenz und gleiche Standards erleichtern es allen, bessere Entscheidungen zu treffen“, sagt Eva. „Bis dahin werden wir weiter Fragen stellen, Wissen teilen und neue Ansätze testen.“
Wichtigste Erkenntnisse
- Die Designphase ist entscheidend für verantwortungsvolle Entscheidungen bezüglich Energie‑, Wasser‑ und Chemikalienverbrauch sowie Produktlebensdauer, Reparierbarkeit und Recycelbarkeit.
- Eine der wirksamsten Methoden zur Verringerung des ökologischen Fußabdrucks eines Produkts ist, es so lange wie möglich in Nutzung zu halten.
- Wir haben Ziele gesetzt, um die Umweltbelastung unserer Produkte zu reduzieren – darunter die Nutzung recycelbarer oder erneuerbarer Materialien, Färbeverfahren mit geringerem Impact und der Einsatz nachhaltigerer Materialien in der gesamten Kollektion.
- Nachhaltige Designentscheidungen erfordern das Stellen von Fragen, Experimentieren mit neuen Lösungen und das Abwägen schwieriger Kompromisse – etwa zwischen Haltbarkeit und Ressourceneffizienz.
- Die Zusammenarbeit mit externen Expert*innen und gleichgesinnten Marken unterstützt uns auf dem Weg zu besseren Entscheidungen und hält uns über neue Entwicklungen im Bereich Nachhaltigkeit auf dem Laufenden.
- Regulierungen mit klaren Standards zur Reduzierung der Umweltbelastung in der Produktion sind entscheidend, um branchenweite Veränderungen voranzutreiben.