Arbeitsbedingungen

- Kann die Outdoorindustrie Arbeitsrechte respektieren?

Haglöfs ist zusammen mit fünf weiteren Marken mit dem Inspiration Award 2018 der Fair Wear Foundation ausgezeichnet worden, weil sie dafür gesorgt haben, dass die Rechte von Fabrikarbeitern gehört und entsprechende Maßnahmen ergriffen wurden. In kurzer Zeit haben sich die Arbeitsbedingungen in einer Fabrik, deren Produkte die Marken beziehen, erheblich verbessert – was zu einer Verringerung von Überstunden, der Initiierung eines Arbeiterausschusses und einem besseren Verständnis der Geschäftsleitung dafür geführt hat, wie wichtig der Dialog mit den eigenen Arbeitnehmern ist. Lesen Sie hier mehr über unsere Arbeit mit sozialer Nachhaltigkeit.

Wir nehmen die soziale Nachhaltigkeit genauso wichtig wie die ökologische. Deshalb sind wir, als einzige nordische Outdoormarke, Mitglied der Fair Wear Foundation. Die FWF ist eine Organisation, die mit Bekleidungsherstellern und allen weiteren relevanten Akteuren zusammenarbeitet, um in mehreren Produktionsländern in ganz Asien, Europa und Afrika die Bedingungen am Arbeitsplatz zu überwachen und zu verbessern. Die FWF bekämpft Ungerechtigkeit, verbessert gefährliche und anderweitig schlechte Arbeitsbedingungen und überwacht die Bezahlung. Haglöfs ist seit 2012 Mitglied, und nach vielen Jahren harter Arbeit haben wir vor kurzem den Status „Leader“ erreicht, die höchstmögliche Mitgliedskategorie.

Schlechte Arbeitsbedingungen sind immer noch ein Problem für Outdoormarken. Es ist eine zentrale Herausforderung im Bereich der Nachhaltigkeit, welche wir nicht ignorieren können aber in unserem Handeln aufgreifen können. Die Lösung bedingt radikale Kooperationen. Zusammen mit anderen Marken, Lieferanten, aber auch der NGO und Handelsverbände können wir ein Zeichen in der Industrie setzen. Das ist der Grund warum wir ein Mitglied in der Fair Wear Foundation sind.

Regelmäßige Besuche unserer Produktionsstätten

Jedes Jahr besucht das Entwicklungsteam von Haglöfs unsere Fertigungsstätten, um einen hohen Qualitätsstandard zu gewährleisten (unserer Meinung nach der Kern eines nachhaltigen Unternehmens), um die alltäglichen Arbeitsbedingungen für die Fertigung unserer Produkte zu prüfen und um die Beziehungen zu unseren Produktlieferanten zu pflegen.

Die Fair Wear Foundation, eine freiwillige Initiative für die schrittweise Optimierung der Lieferkette

Haglöfs ist ’Leader’ der gemeinnützigen Organisation Fair Wear Foundation. Diese arbeitet gemeinsam mit Marken daran, die Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsbranche zu optimieren. Auf diese Art können wir schrittweise Verbesserungen für die Arbeiter einführen, die unsere zum Verkauf stehenden Produkte herstellen.

Neben unseren eigenen Besuchern spielt auch die FWF eine große Rolle an unseren Produktionsstätten. Als dritte Partei stellt sie sicher, dass die Bedingungen für die Mitarbeiter in unseren Fabriken besser als nur akzeptabel sind.
Die FWF ist eine niederländische gemeinnützige Organisation, die mit Marken, Fabriken, Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen und gelegentlich auch Regierungen zusammenarbeitet. Sie prüft und optimiert die Arbeitsplatzbedingungen an Produktionsstätten in Asien, Europa und Afrika und strebt danach, für die Arbeiter mehr als nur das „erforderliche gesetzliche Minimum“ zu erzielen.

Die Verpflichtung von Haglöfs an die FWF umfasst regelmäßige Überprüfungen unserer Produktionsstätten durch Dritte, transparente Beschwerdeverfahren und offizielle Leistungsbewertungen. Somit gelten die Auflagen der FWF weithin als strengster unabhängiger Standard für die Prüfung von Lieferketten auf dem Markt.

Die acht Arbeitsstandards der Fair Work Foundation als Basis für Verbesserungen

Die Arbeit der FWF baut auf acht strategischen Pfeilern auf, die wir von Haglöfs als unseren eigenen „Kodex der Arbeitspraktiken“ übernommen haben. Diese Pfeiler basieren auf den Standards der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) der UN und befassen sich mit Themen wie beispielsweise Zwangsarbeit, Kinderarbeit, übermäßige Arbeitszeiten und Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz. Zusätzlich befürworten sie Vereinigungsfreiheit der Mitarbeiter und faire Löhne.

Die FWF verfolgt die Verbesserungen der mit ihr zusammenarbeitenden Unternehmen. Indem sie ihre Expertise weitergibt, einen sozialen Dialog führt und Branchenbeziehungen stärkt, trägt sie außerdem zu den Anstrengungen der Firmen bei.

Die Standards lauten:

  • Eine Beschäftigung sollte frei gewählt werden
  • Am Arbeitsplatz darf nicht diskriminiert werden
  • Es darf keine Ausbeutung durch Kinderarbeit vorliegen
  • Es bestehen Vereinigungsfreiheit und das Recht auf kollektives Verhandeln
  • Es muss ein existenzsichernder Lohn gezahlt werden
  • Es dürfen keine übermäßigen Arbeitszeiten bestehen
  • Es müssen die Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz gewährleistet werden
  • Die Arbeitsbeschäftigung muss rechtsverbindlich sein

Produktion in Europa und Fernost

Ein ca. 15-prozentiger Anteil unserer Produktion findet an Standorten in unterschiedlichen Ländern in Europa statt (beispielsweise Portugal, Estland und Schweden). Laut der Fair Wear Foundation sind die Rechte der Arbeiter dort automatisch durch Gesetzgebung geschützt und müssen weniger gründlich überwacht werden.

In all unseren anderen Bekleidungs- und Ausrüstungsfabriken führt die FWF regelmäßig Prüfungen durch Dritte durch, um ständig optimierte Arbeitspraktiken zu gewährleisten.

  • 48 % der Produktion finden in überwachten Fabriken in China statt
  • 28 % der Produktion finden in überwachten Fabriken in Vietnam statt
  • 6 % der Produktion finden in überwachten Fabriken in Indonesien statt
  • 2 % der Produktion finden in überwachten Fabriken in Kambodscha statt
  • 1 % der Produktion findet in regelmäßig geprüften Fabriken in Rumänien statt

Haglöfs hat sich außerdem entschieden, sich für seine Produktion oder Materiallieferung von Ländern mit sehr hohem Risiko abzuwenden, die in Bezug auf Arbeitnehmerrechte problematisch sind und/oder in denen ein Bürgerkriegsrisiko besteht.

Kollaboration bringt Vorteile für alle

Überprüfungen finden in Zusammenarbeit mit anderen Marken statt, die Mitglieder der FWF sind. Die gemeinsamen Prüfungen bringen beiden Parteien Vorteile: Die Mitgliedsmarken können mehr Transparenz vorweisen und die Kosten für die Prüfung teilen, während die Fabrik ihre Produktion nur einmal anstatt einmal pro Marke unterbrechen muss.

Gemeinsam haben wir mehr Hebelkraft als jede Marke für sich und können somit die Bedingungen an Produktionsstätten optimieren und diese zu besseren Arbeitsplätzen machen. Dies gelingt uns, indem wir beispielsweise existenzsichernde Löhne anstreben, die Arbeitszeiten begrenzen und die demokratischen Rechte der Mitarbeiter stärken.

Transparenz in Überprüfung und Leistung

Nach Überprüfungen führen wir gemeinsame Nachkontrollen durch, die zu mehr Transparenz zwischen den Mitgliedsmarken führen. Außerdem können Mitarbeiter, die mit den Arbeitsbedingungen unzufrieden sind, über das FWF-System anonym eine Beschwerde einreichen. Diese muss dann durch die Mitgliedsmarken, die in der entsprechenden Fabrik produzieren, gemeinsam gelöst werden.

Ein sozialer Bericht inklusive der Ergebnisse aus der Überprüfung, unsere Bezugsstrategie und jegliche Beschwerden sollten online veröffentlicht werden.

Jedes Jahr veröffentlicht die FWF Berichte zu unseren Fortschritten, um unsere Lieferkette im Rahmen der Marken-Leistungsprüfung schrittweise zu verbessern. Haglöfs Performance Check 2018.

Helfen Sie bei der schrittweisen Optimierung

Die FWF bietet Informationen und Hilfsmittel, um Fabriken zu sicheren Orten zu machen, an denen die Arbeiter existenzsichernde Löhne erhalten und unter fairen Bedingungen arbeiten.

Die Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft geschieht nicht von heute auf morgen. Aus diesem Grund sprechen sich die FWF und deren Marken für einen schrittweisen Ansatz aus. Um die Bekleidungsindustrie zu transformieren, arbeitet die FWF außerdem eng mit anderen Interessenvertretern aus der Branche zusammen. Gemeinsam möchten wir eine praktische und innovative Lösung für die Bekämpfung von Arbeitsrechtsverletzungen finden.

Auf der folgenden Seite erfahren Sie mehr über die FWF.

A sustainable outdoor industry.
It’s possible!